Thursday, 19. march 2009
4
19
/03
/März
/2009
22:31
Die aktuelle Finanzpolitik der
US-Notenbank Fed bestätigt einmal mehr den weltweiten Ruf der amerikanischen Finanzelite, die nur nach eigenem Ermessen und Wohl handle.
So hat Ben Bernanke, Chef der Zentralbank, beschlossen, den Leitzins bei einem Marginalwert von knapp über Null zu belassen und nebenbei Hypothekenpapiere und Staatsanleihen im Wert von anderthalb Billionen
Dollar zu kaufen. Die Macht dazu hat „Helicopter-Ben“ ohne Zweifel, schließlich hat er mit der Zentralbank ja eine Institution hinter sich, die sich nicht
an die Regeln des Finanzmarktes halten muss und nach Belieben Geld herbeizaubern und verschwinden lassen kann. Ben wird seinem Kosenamen gerecht und schmeißt Geld von seinem "Fed" getauften
Helikopter.
Die Vorteile:
Dieses Geld fällt nun einerseits dem Staat, andererseits der Immobilienbranche, also auch dem Staat zu, da die betroffenen Immobilienfinanzierer in staatlichem Besitz sind. Somit sorgt die
Finanzspritze für eine stattliche Kapitalerhöhung der amerikanischen Regierung
Auch für die internationale Wirtschaft hat Bernankes Zaubertrick Vorteile:
Das zusätzliche Geld im Markt sorgt für eine Entwertung des Dollars und ein Ansteigen der Inflation. Was zunächst eher schlecht klingt, ist international von Bedeutung. So sinken die Schulden im
Ausland, gleichzeitig wird der amerikanische Exportmarkt durch die niedrigen Preise gestärkt. Dieser Vorteil fällt vor allem dem amerikanischen Staat zu Gute.
Nun kommen aber die Nachteile, die von Ben wohl in Euphorie über seine Zauberkünste unbemerkt blieben.
Ein Haken wurde bereits angedeutet: Die Entwertung des Dollars. Da Ölscheichs immer noch mit Dollars bezahlt werden wollen, müssen die Amerikaner nun mehr von den grünen Scheinchen rüberwachsen
lassen, um die gleiche Menge an Öl zu bekommen. Auch der Preis für Gold und andere Importwaren stieg.
Zudem wird mit der Kapitalerhöhung der Immobilienbranche ebenjene Blase wieder vergrößert, die schon einmal geplatzt ist. Gepaart mit den niedrigen Leit- und damit Kreditzinsen für
hypothekenbelastete Häuser werden Immbolienfinanzierer wie Fannie Mae und Freddie Mac geradezu herausgefordert, den Markt mit billigen Krediten zu überfluten. Die ohnehin schon über alle Ohren
verschuldeten Amerikaner, sei es wegen Autos, Häusern oder Burgern, werden zur erneuten Kreditaufnahme verlockt, um ihre Schulden und Zinsen zu tilgen. Bei der Lage am Arbeitsmarkt kann dies leicht zu einem Teufelskreis werden, aus dem sie nicht mehr alleine herauskommen.
von Woody
-
veröffentlicht in: Wirtschaft & Finanzwesen
2